Mittwoch, 1. Oktober 2008

Eine ereignisreiche Woche...


Nachdem ich festgestellt habe, dass mein letzter Eintrag schon über eine Woche her ist, wird es höchste Zeit von meiner sehr ereignisreichen Woche zu berichten...
Angefangen hat es am Mittwoch mit meinem ersten norwegischen Journal. Nachdem ich ziemlich aufgeregt und mit etwas schlotternden Knien in der Klinik angekommen war, ging zunächst einmal die Suche nach einem geeigeneten Patienten los. Nachdem sie uns auf der Lungen- und Herzstation unverrichteter Dinge wieder weggeschickt haben, sind wir schließlich auf einer gastrologischen Station fündig geworden. Der Patient war ein sehr netter älterer Mann und nachdem ich ihm erklärt hatte, dass ich aus Deutschland komme hat er sich sehr viel Mühe gegeben langsam und deutlich mit mir zu reden. Mit ein klein wenig Hilfe meines norwegischen Kommilitonen hat es dann auch ganz gut geklappt. Somit kam ich am Mittwoch unglaublich stolz, es geschafft zu haben und bester Laune aus dem Krankenhaus.
Donnerstag hatte ich zunächst einmal 8 Stunden Anästhesiepraktikum. Da ich in Deutschland bereits eine Famulatur in diesem Fachbereich gemacht hatte konnte ich sogar mit ein wenig Fachwissen glänzen. Und auch die praktischen Dinge wie Zugänge legen oder Intubieren haben ganz gut geklappt. Nachdem der "Maratondag" vorbei war, hieß es nur noch wenige Stunden auf meinen ersten Besuch aus Deutschland warten. Und mit etwas Verspätung ist Julia dann Donnerstag Abend auch wohlbehalten hier in Oslo angekommen.
Freitag stand dann, nachdem ich morgens noch in die Uni musste, ersteinmal das standard Sightseeing-Programm auf dem Plan: Carl-Johanns gate, Stortinget, Nationaltheater und das königliche Schloss! Von dort ging es weiter zur Aker Brygge, Oslo´s Flaniermeile am Hafen. Dort haben wir uns einmal mehr das gute Mövenpick Eis gegönnt. Nachdem wir ein wenig die Hafenpromenade entlanggeschlendert waren ging es weiter zum Akershus slot um von dort zur Oper zu gehen. Als letzter Punkt der Sightseeingtour stand dann noch die Fahrt hinauf zum Holmenkollen auf dem Programm. Dort mussten wir aber leider feststellen, dass er wegen den beginnenden Abrissarbeiten bereits nicht mehr zu besichtigen ist. Somit werden wohl alle kommenden Besucher dieses Wahrzeichen Oslos nicht mehr selbst in Augenschein nehmen können. Abends waren wir dann zusammen mit Sebastian etwas trinken. In Grünerløkka angekommen, wollten wir einmal mehr ins Fru Hagen. Aber nicht einmal mein Name (der Türsteher musste schon ein wenig schmunzeln) konnte uns in der völlig überfüllten Bar einen Platz verschaffen. Somit sind wir letztendlich in einer Bar in der Stadt gelandet in der Sebastian eine zwar bezahlbare, aber dafür winzige Pizza gegessen hat.
Samstag stand dann ersteinmal ein gemütliches Frühstück mit frischen Brötchen, Eiern, Melone und dem typisch norwegischen Geitost auf dem Programm. Gut gestärkt haben Julia und ich uns dann auf den Weg zum Vigelandspark gemacht. Nachdem wir uns an der etwas gewöhnungsbedürftigen Kunst satt gesehen hatten ging es mit der Fähre zu einer kleinen Rundfahrt hinaus auf den Oslofjord. Abends waren wir dann zusammen mit meinen Freunden das erste Mal richtig in Oslo weg. Der Club entsprach zwar nicht ganz meinem Geschmack und auch an die etwas aufdringliche Art der Norweger (völlig unerwartet, da sie sonst die Schüchternheit in Person sind....) muss man sich ersteinmal gewöhnen. Aber es war ein sehr lustiger Abend.
Sonntag haben Julia und ich dann einen Ausflug aus Oslo hinaus unternommen. Unser Ziel hieß Drøbak und ist das Zuhause des norwegischen Weihnachtsmanns. Sicherlich nicht ganz so imposant wie im Winter, aber in dem Haus lies sich dann doch der ein oder andere Julenisse finden, denn so heißt der Weihnachtsmann hier.
Montag habe ich Julia dann mit in meine Vorlesung genommen. Was der Dozent erzählt hat konnte sie zwar nicht verstehen, aber ein bisschen lesen kann man selbst ohne norwegische Vorkenntnisse. Danach sind wir ein bisschen durch die Stadt geschländert. Am Nachmittag habe ich ihr dann bei strahlendem Sonnenschein noch unseren liebgewonnenen Sognsvann gezeigt und Julia hat sich auch prompt in die schöne Natur verliebt. Am Abend gab es dann bei Mareike in der WG eine "Hamburger-Partie".
Gestern war dann auch schon der letzte Tag Julia´s Besuches. Dort stand zum Abschluss noch ein Besuch in der Nationalgalerie auf dem Besuch, wo auch einer der 4 Gemälde "Der Schrei" von Edvard Munch ausgestellt ist. Die Bilder waren zum Teil sehr beeindruckend, aber ich muss ehrlich gestehen, dass mir ein wenig das Hintergrundwissen in Sachen Kunst fehlt... Anschließend ging es noch einmal zum Hafen um frische Garnelen für das Abendessen zu kaufen. Also habe ich auf meinem besten Norwegisch versucht mit dem Fischer auszudiskutieren, wie viele Garnelen ich denn für 4 Personen bräuchte, da Thomas und Sebastian auch zum Essen da waren. Und ich muss sagen es hat gut geklappt, denn bis auf 10 Stück haben wir sie am Abend dann auch tatsächlich alle verputzt. Dazu muss man sagen, dass Garnelen hier in Norwegen wesentlich billiger sind als in Deutschland und ich für knapp anderthalb Kilo umgerechnet nur 17 Euro bezahlt habe! Es war auf jeden Fall ein köstliches Abschiedsessen mit mediterranem Gemüse, Weißbrot, Garnelen und selbstgemachter Ajoli! Als Nachtisch haben wir dann, während wir gemütlich auf dem Sofa ein Video geguckt haben, Eis gegessen.
Heute Morgen habe ich Julia dann nach einer wunderschönen gemeinsamen Woche wieder zum Bus gebracht um anschließend in die Klinik zu fahren und mein zweites Journal aufzunehmen, was zum Abschluss einer parfekten Woche auch noch gut geklappt hat!

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