Dienstag, 14. Oktober 2008

In Bergen und auf den Bergen um Bergen herum...

Samstag Morgen hieß es also endlich: "Bergen, vi kommer!". Somit klingelte der Wecker zu der etwas unchristlichen Uhrzeit von 4:00 Uhr morgens... Nachdem ich mich totmüde unter die Dusche geschleppt hatte ging es schon viel besser und mit dem ersten Kaffee kam auch die Vorfreude. Pünktlich um 5:30 stiegen wir also bester Laune in den Bus ein, um eine Stunde später am Flughafen anzukommen. Nach einer weiteren Stunde saßen wir auch schon im Flieger nach Bergen.
In Bergen angekommen ging es ersteinmal in unser Hostel wo wir glücklicherweise unser eigenes Zimmer bekommen haben. Anschließend wurde dann bei einem gemütlichen Frühstück beratschlagt, was der Tag so bringen sollte. Nach einigem Hin- und Herüberlegen hatten wir uns für eine Wanderung auf den Bergen rund um Bergen entschlossen. Selbst die ab und zu aufkommenden schwarzen Wolken am Himmel konnten uns von diesem Vorhaben nicht mehr abbringen! Mit Proviant bepackt ging es mit der "Fløibanen" zunächst auf den gleichnamigen 342m hohen Aussichtspunkt über Bergen. Leider war es etwas diesig, sodass die Aussicht nicht ganz so überragend war, wie gewünscht. Aber es muss ja auch noch was für einen zweiten Bergenbesuch im nächsten Jahr übrig bleiben...
Vom Fløien aus haben wir uns dann auf die laut Reiseführer ca. 5 stündige Wanderung Richtung Ulriken aufgemacht. Die Wanderung führte uns durch wunderschöne Natur mit teils atemberaubenden Blick über Bergen und den Fjord. Da wir aber etwas naiv ohne Wanderkarte losgegangen waren und auch die Beschilderung zeitweise sehr zu wünschen übrig lies, kamen nach ca. 2 Stunden doch erste Zweifel auf, ob es sich wirklich um ein gutes Unterfangen handelte. Also entschlossen wir uns einen der vielen uns entgegenkommenden Jogger (ja Norweger sind wirklich verrückt und gehen in Bergen in denen wir uns noch im Schneckentempo vorwärts bewegen noch joggen...) nach dem Weg zu fragen! Dies stellte sich als sehr klug heraus. Uns wurde nämlich nicht nur gesagt, dass der Weg zum Ulriken noch mindestens weitere 3-4h (was im Nachhinein mindestens 8 gewesen wären!) dauern würde, sondern auch die Seilbahn von dort momentan außer Betrieb sei. Somit hat uns unser ungutes Gefühl vor einer Nacht in den Bergen bewahrt. Der angeblich ca. 1h lange Abstieg hinunter ins Tal dauerte dann doch noch fast 3 aber immerhin waren wir wieder wohlbehalten in der Zivilisation angekommen! :-)
Zur Erholung ging es danach erst einmal, zusammen mit dem inzwischen auch aus Kristiansand eingetroffenen Freund von Simone und dessen 4 weiteren Freunden, in ein weiteres Café. Später am Abend hat Andrew dann wieder einmal für alle ein köstliches Abendessen gezaubert bevor wir alle völlig erschöpft in unsere Betten gefallen sind.
Sonntag morgen stand dann Sightseeing auf dem Programm. Allerdings hatten wir nicht berücksichtigt, dass wir in Norwegen sind und hier ab Oktober eigentlich das ganze Land in Winterschlaf verfällt. Sämtliche (und das heißt bis auf ein einziges Museum wirklich ausnahmslos alle!!!) Sehenswürdigkeiten sind den ganzen Winter über geschlossen. Dementsprechend blieb nicht mehr viel Programm übrig. Also sind wir zunächst durch Bryggen, das alte Hanseviertel mit seinen kleinen Holzhäuschen, gelaufen. Anschließend ging es noch ein bisschen durch die in den Hang gebauten, gemütlichen Gässchen Bergens, bevor wir wiedereinmal in ein Café eingekehrt sind. Dieses Mal allerdings nicht irgendein Café sondern das beste Norwegens! Zumindest kommt hier der beste Kaffee her, denn die letzten beiden Jahre haben die Besitzer jeweils den norwegischen Wettbewerb um den besten Kaffee gewonnen. Anschließend haben wir die anderen zum Zug gebracht, sodass nur noch Simone, Sebastian und ich übriggeblieben waren! Nach einer kleinen Mittagspause haben wir uns dann noch die verbleibenden Sehenswürdigkeiten der Stadt zumindest von außen angguckt!
Am Montag haben wir uns als letztes noch Gamle Bergen (= altes Bergen) angeguckt, was sich allerdings als nicht sonderlich lohnenswert herausgestellt hat, da es sich lediglich um ein paar alte Holzhäuschen handelte. Der einzige Unterschied zu denen in der Stadt war, dass sie schon etwas verfallener und vergammelter aussahen! Nachdem nun auch die letzte Sehenswürdigkeit gesehen war ging es in einer 7 stündigen Zugfahrt zurück nach Bergen. Jetzt mag man sich fragen, warum wir nicht einfach wieder das Flugzeug genommen haben, aber die Zugfahrt selbst ist DIE Sehenswürdigkeiten zwischen Oslo und Bergen! Und wenn man ersteinmal die vielen vielen Tunnel hinter sich gelassen hat fährt man wirklich durch unglaublich beeindruckende Natur. Von Flußtälern über fast wüstenähnlich aussehende Flächen, vorbei an schneebedeckten Bergen bis die Sonner hinter einem dieser versinkt und man den Rest der Strecke zurück nach Oslo durch die stockfinstere Nacht fährt!

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