Donnerstag morgen ging es also los: Um viertel nach 7 habe ich mich zusammen mit Charlotte und Sebastian auf den Weg zum Flughafen gemacht, wo unser Flieger nach Kopenhagen wartete. Zu unserer Überraschung trafen wir am Flughafen auch Stefan, ebenfalls ein Deutscher, der mit uns zusammen im Sprachkurs war. Auch er flog nach Kopenhagen aber dienstlich.
In Kopenhagen angekommen wartete mit der Metro die erste große Hürde auf uns. Der Fahrkartenautomat war der chaotischste den wir je gesehen haben und das Dänisch des Bediensteten konnten wir auch nur ansatzweise verstehen. Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass die drei skandinavischen Sprachen, also Norwegisch, Schwedisch und Dänisch eigentlich so ähnlich sind, dass sich die Menschen miteinander unterhalten können. Das Dänische wird bis auf ein paar kleine Änderungen genauso geschrieben wie das Norwegische, aber die Aussprache ist leider doch anders. Wie hat mal jemand so schön gesagt. Nimm für eine Woche eine Kartoffel in den Mund und rede Norwegisch, dann hörst du dich an wie ein Däne... ;-)Letztlich haben wir dem Mann dann geglaubt und sind natürlich direkt in eine Fahrkartenkontrolle gekommen. Wir haben zwar kein einziges Wort von dem verstanden, was der Kontrolleur aufgebracht vor sich hinbrabbelte, aber nachdem er fertig war gab er uns das Ticket zurück und ging weiter.
In Zentrum angekommen, haben wir ersteinmal unsere Herberge aufgesucht. Kein Luxusschuppen, aber für eine Nacht mehr als ok. Des Gepäckes entledigt ging es nun zu Fuß auf Erkundungstour durch das wie wir feststellen mussten wunderschöne Kopenhagen. Im Gegensatz zu Oslo hat Kopenhagen viele wunderschöne und gut erhaltene alte Gebäude. Unsere Tour führte durch die Strøget, die weltweit längste Fußgängerzone, vorbei am National Museum, der Christiansburg, verschiedensten Kirchen, der Börse und der Oper zunächst zur Amalienburg, dem eigentlichen Schloss Kopenhagens. Von dort ging es durch verschiedene Parks mit wundrschönem Ausblick aufs Meer zu einer kleinen Promenade, wo Kopenhagens kleine Meerjungfrau steht.
Klein ist sie wirklich, aber als eines der Wahrzeichen, gehörte sie natürlich zum Pflichtprogram.Im Anschluss sind wir duch die verschiedensten kleinen Gassen und Parks zurück zur Innenstadt geschlendert und haben uns an der Schönheit Kopenhagens erfreut. Bei einem Kaffee hieß es danach ersteinmal wieder auftauen und ein wenig verschnaufen. Eigentlich waren es zwar nur 0 Grad (wir sind ja schon ganz anderes gewohnt), aber da es extrem windig war, empfand man es als würde man nach 5 Metern erfrieren. Gestärkt durch den Kaffee erklommen wir anschließend den Rundturm, eigentlich ein Kirchturm, der allerdings ein wenig von der typischen Form abweicht.
Erschöpft vom vielen Hin- und Herlaufen führte uns das Loch im Magen in einen Irish Pub, wo wir Fish and Chips gegessen und uns von Dudelsackmusik haben unterhalten lassen. Dort haben wir dann zufällig auch Stefan wieder vorbeilaufen sehen und uns für den nächsten Tag verabredet. Als letztes an diesem Abend führte uns unser Weg in das Studenterhuset, indem live Musik war und wir uns zu ungewohnt niedrigen Preisen ein Bier gegönnt haben.
Um 9 hieß es dann am nächsten Tag wieder aufstehen. Nach einem Frühstück in einem kleinen Café, in dem es annäherungsweise mal so etwas wie deutsche Brötchen gab, besuchten wir zunächst den Tivoli, Kopenhagens Freizeitpark, der allerdings sehr untypisch mitten in der Stadt liegt. Da dieser allerdings Winterpause hatte und man durch die hohen Mauern auch nicht viel von dem Park sehen konnte, führte uns unsere Wanderung schnell weiter. Als nächstes stand ein Besuch des National-Museums auf dem Program. Dieses ist allerdings so unvorstellbar groß, dass wir lediglich eine der ca. 10 verschiedenen Ausstellungen besucht haben.
Bei Eiseskälte ging es dann nach Christiania, dem ehemaligen Freistaat Kopenhagens. Hier hat ab 1971 ca 30 Jahre lange eine Kommune vollständig unabhängig von Kopenhagen gelebt. Seit ein paar Jahren ist es allerdings nun kein Freistaat mehr.
Wieder zurück in der "EU" wie es so schön am Ausgang hieß, gab es zur Stärkung zunächst ersteinmal einen typisch dänischen Hotdog... und man muss sagen, da haben die Dänen den Norwegern, deren Leibspeise ja nun auch Hotdogs sind, wirklich etwas voraus.

Als letzte Sehenswürdigkeit stand noch die Nationalgalerie auf dem Plan. Dort hatten wir allerdings nicht mehr ganz viel Zeit, da sie um 5 geschlossen hat. Trotzdem hat es sich gelohnt, noch eine dreiviertel Stunde in der für uns unbekannten Welt dänischer Künstler umherzuschweifen.
Die letzten anderthalb Stunden, bevor es wieder zum Flughafen zurück ging, verbachten wir noch in einem sehr netten Bücher-Café. Wenn man möchte kann man dort, während man einen Kaffee trinkt in jeglicher nur erdenktlichen Art von Buch stöbern. Man kam sich ein bisschen wie in einer sehr gemütlichen Bibliothek vor.
Abends um cirka 12 Uhr waren wir dann glücklich, zufrieden aber auch völlig erschöpft wieder zurück in Sogn, und wir mussten alle samt festellen, dass Sogn in der Zwischenzeit schon ein bisschen unser Zuhause geworden ist. Zumindest wenn man von dem Gefühl ausgeht, zurück in sein bekanntes Heim zu kommen...
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